Das Eidechsenkind

Das Eidechsenkind ist in Italien daheim und im Gastland zu Hause. Hier muss es sich verstecken: unter der Kredenz, im Schrank, in der Abstellkammer. In Ripa hingegen rennt der Junge wie alle Kinder dem Ball hinterher, jagt draußen den Wespen nach, gleitet von einer Umarmung in die andere. Dort, bei Nonna Assunta, wo ein Haus darauf wartet, fertig gebaut zu werden.
Hier im Gastland geht der Vater Tag für Tag auf den Bau, die Mutter in die Fabrik – das Eidechsenkind lässt Stunden und Tage verstreichen. Es vermisst die Wohnung mit seinen Schritten, hört die Nachbarin um Mehl bitten, die Kinder im Hof Fangen spielen, sieht die Stiefel des Padrone, der gerne zum Abendessen kommt und lange bleibt.
Bis es sich eines Tages zu heimlichen Streifzügen ins Treppenhaus hinauswagt, in andere Wohnungen, wo niemand die Gegenwart des Eidechsenkindes auch nur ahnt. Einzig Emmy, dem Mädchen, das neu im dritten Stock wohnt, gibt sich das Eidechsenkind zu erkennen. Der Dachstock gehört ihnen, doch bald will Emmy hinaus in die Welt, eine Band gründen, ans Meer. Aus der Sicht eines Kindes erzählt Vincenzo Todisco in diesem erschütternden Roman von einem klandestinen Schicksal in einem belebten Wohnhaus, von kindlichem Einfallsreichtum und heimlicher Freundschaft.

Das Krallenauge

Giovannis Vater, ein leidenschaftlicher Buchhändler mit grossem literarischen Wissen, wird Opfer eines rätselhaften Anschlags. Auf dem Sterbebett ringt er seinem Sohn das Versprechen ab, die Buchhandlung weiterzuführen. Den Anschlag verübt hat eine mysteriöse Bande, die dem alten Buchhändler ein Geheimnis entreissen wollte. Was für ein Geheimnis?
Giovanni wird Buchhändler. Er verliebt sich in Elisa, die kaum Bücher liest, diese aber mit viel Charme und Geschick unter die Leute bringt. Eines Tages betritt ein seltsamer Kunde die Buchhandlung. Er wirft scheue Blicke nach rechts und links, grüsst nicht, stürzt sich auf alle Neuerscheinungen, blättert hastig in den Büchern, legt sie an falscher Stelle wieder ab, zerrt ein Buch nach dem andern aus den Regalen, liest in rasendem Tempo und zieht, ein wahres Bücherchaos hinterlassend, wortlos von dannen. Dieser Mann, der selbst ein Geheimnis ist, wird Geheimnisse lüften – und weitere schaffen. Er heisst Gutenberg. Ein Krimi? Ein Thriller? Auch das, und eine Geschichte der Liebe zwischen Ungleichen.

Der Bandoneonspieler

Durch Zufall lernt Pablo Flores den Tango kennen. Und der Tango lässt ihn nicht mehr los. Oberengadin zu Beginn der 1970er-Jahre: Im Grandhotel am See wird der Sohn italienischer Einwanderer durch argentinische Immigrantenkinder in das komplexe Ritual des Tangos eingeführt, das Abend für Abend heimlich in den Kellerräumen des Luxushotels zelebriert wird.
Aus Pablo wird ein großer Tangotänzer. Als er das Engadin und seine argentinischen Freunde verlassen muss, scheint der Traum zu Ende zu gehen. Da meldet sich ein zweiter »Tanguero«: der Abenteurer Ermanno Guidi, Pablos Großvater, der aus Italien nach Südamerika ausgewandert ist und dessen Geschichte den Horizont dieses Romans weit öffnet.
Doch Pablo ist in der Schweiz zu Hause. Er hat einen kleinen Sohn, der bei seiner Ex-Frau Nadja lebt. Er liebt Nadja, aber der Tango, der sein Leben ist, ist mit ihrer Welt nicht vereinbar. Er ist überhaupt mit der Schweiz nicht vereinbar. Die schweizerische Wirklichkeit erscheint im Roman – dank ihrer Spiegelung in Pablos Tangowelt – freilich in besonders grellem Licht: die geistige Öde, die seelische Leere, die simulierte Sinnlichkeit, der Konsumterror, die »Rationalität«, die No-Future-Generation, die Gewalt in ihren offenen und verdeckten Formen – und ihre Opfer…
Dieser Roman ist ein Sittengemälde der heutigen Schweiz, melancholisch, witzig und leidenschaftlich erzählt. Wie ein Tango.

Wie im western

Der Wissenschaftler Ernest Whyte erhält ein anonymes Schreiben: Eine große Geldsumme wird ihm angeboten, wenn er nach Dreamtown reist, um einen gewissen G. S. zu treffen. Dreamtown ist eine unbekannte Stadt irgendwo mitten in der Wüste. Whyte beschließt, die Reise trotz der Ungewissheit zu wagen. In der gottverlassenen Stadt angekommen, wird er Augenzeuge merkwürdiger Ereignisse: Zum einen stellt er fest, dass es in Dreamtown keine Kinder gibt. Weshalb? Und weshalb müssen die schwangeren Frauen am Rande der Stadt in einem Haus ohne Fenster ausharren und können nicht gebären? Wer sind die Brüder Stonewood? Weshalb pokert der einsame Doc nur gegen sich selbst? Wie können die Stadtbewohner ihre Furcht vor dem unfehlbaren Scharfschützen namens Storklane überwinden?
Mit Hilfe der kleinen Elodie gelingt es Ernest Whyte, der wenig kooperativen Bevölkerung zum Trotz, der Sache allmählich auf die Spur zu kommen. Und am Schluss stößt er auf die Lösung, die alles auf den Kopf stellt, sowohl für den Protagonisten wie auch für die Leser.
Ein Roman, der mit vielen Gattungen spielt – und Manipulation und Zynismus der visuellen Medien aufs Korn nimmt. Wie im Western ist nach Das Krallenauge der zweite überraschende und ungewöhnliche Roman von Vincenzo Todisco.

Rocco und Marittimo

Eine Familiensaga, episch, schmerzlich, leidenschaftlich und komisch: Rocco und Marittimo kommen 1965 im fahrenden »Zug der Hoffnung« zur Welt, jenem Zug, der die Emigranten aus Süditalien in die Schweiz bringt. Fatalerweise werden die Neugeborenen während der Reise miteinander vertauscht. Der Einzige, der den Vorfall bemerkt, ist Don Curte, der Priester des »Wandervolkes«. Es ist der Anfang einer aufregenden Geschichte.
Marittimos Familie wird von einem Fluch verfolgt. Marittimo wächst am Rande der Welt der Emigranten auf, teilt deren Demütigungen als Gastarbeiter und begegnet der Ungerechtigkeit. Er muss mühsam zu seinen Wurzeln zurückfinden und wird dabei behutsam von seinen (vermeintlichen) Verwandten begleitet, den ihn umsorgenden Tanten, hervorragenden Köchinnen und tadellosen Hausfrauen, vom geheimnisvollen Motorradfahrer, seinem Onkel Leopardo, einem Reisenden, Abenteurer und Anarchisten, der sich nicht als »Emigrant« versteht. Leopardo führt den Neffen durch die verzwickten Wege seiner Fantasien bis hin zum Talicubra, dem seltsamen Meerungeheuer. So lernt Marittimo, mit dem Fluch fertigzuwerden, der über seiner Familie hängt, die Fremdenfeindlichkeit gegenüber den Emigranten auszuhalten und die eigene Identität zu finden.

Il vento freddo dell'Altipiano

Der Wissenschaftler Ernest Whyte erhält ein anonymes Schreiben: Eine große Geldsumme wird ihm angeboten, wenn er nach Dreamtown reist, um einen gewissen G. S. zu treffen. Dreamtown ist eine unbekannte Stadt irgendwo mitten in der Wüste. Whyte beschließt, die Reise trotz der Ungewissheit zu wagen. In der gottverlassenen Stadt angekommen, wird er Augenzeuge merkwürdiger Ereignisse: Zum einen stellt er fest, dass es in Dreamtown keine Kinder gibt. Weshalb? Und weshalb müssen die schwangeren Frauen am Rande der Stadt in einem Haus ohne Fenster ausharren und können nicht gebären? Wer sind die Brüder Stonewood? Weshalb pokert der einsame Doc nur gegen sich selbst? Wie können die Stadtbewohner ihre Furcht vor dem unfehlbaren Scharfschützen namens Storklane überwinden?
Mit Hilfe der kleinen Elodie gelingt es Ernest Whyte, der wenig kooperativen Bevölkerung zum Trotz, der Sache allmählich auf die Spur zu kommen. Und am Schluss stößt er auf die Lösung, die alles auf den Kopf stellt, sowohl für den Protagonisten wie auch für die Leser.
Ein Roman, der mit vielen Gattungen spielt – und Manipulation und Zynismus der visuellen Medien aufs Korn nimmt. Wie im Western ist nach Das Krallenauge der zweite überraschende und ungewöhnliche Roman von Vincenzo Todisco.